Polarlichter bei Regen

Sind Polarlichter bei Regen sichtbar?

Polarlichter trotz Regen

Polarlichter (Aurora Borealis bzw. Aurora Australis) entstehen in großer Höhe der Erdatmosphäre, meist zwischen etwa 100 und 300 Kilometern. Regenwolken befinden sich dagegen sehr viel tiefer, in der Troposphäre. Rein physikalisch gesehen haben Regen oder Schneefall also keinen Einfluss auf die Entstehung von Polarlichtern. Die entscheidende Frage ist daher nicht, ob Polarlichter bei Regen existieren, sondern ob man sie trotz Regen sehen kann.

In der Praxis ist die Sichtbarkeit stark vom Bewölkungsgrad abhängig. Regen geht fast immer mit dichter Bewölkung einher, und geschlossene Wolken wirken wie eine undurchsichtige Decke am Himmel. In solchen Fällen sind Polarlichter vom Boden aus nicht sichtbar, selbst wenn sie über den Wolken sehr stark leuchten. Bei leichtem Regen, Nieselregen oder aufgelockerter Bewölkung kann es jedoch vorkommen, dass Polarlichter durch Wolkenlücken oder dünne Wolkenschichten hindurch schemenhaft zu erkennen sind.

Manchmal verstärken dünne, hohe Wolken sogar den Eindruck, indem sie das Licht der Polarlichter leicht streuen. Das kann zu einem diffusen, milchigen Leuchten am Himmel führen, das vor allem auf Fotos sichtbar wird. Für eine klare, detailreiche Beobachtung – mit deutlich erkennbaren Strukturen, Farben und Bewegungen – ist jedoch ein möglichst wolkenfreier Himmel entscheidend.

Zusammengefasst gilt: Polarlichter sind auch bei Regen vorhanden, aber meist nicht sichtbar. Wer Polarlichter trotz Regen sehen möchte, braucht entweder Glück mit Wolkenlücken oder sollte auf bessere Wetterbedingungen warten. Die besten Chancen bestehen in klaren Nächten mit geringer Bewölkung, dunklem Himmel und hoher Sonnenaktivität.

Inhaltsverzeichnis
Wolkendichte bei Polarlichter
Dünne Wolken
Höhe von Polarlichter

Wie Wolkendichte die Sichtbarkeit von Polarlichtern beeinflusst

Die Wolkendichte ist einer der wichtigsten Faktoren, wenn es darum geht, ob Polarlichter vom Boden aus sichtbar sind oder nicht. Obwohl Polarlichter in sehr großer Höhe entstehen, entscheidet letztlich die Beschaffenheit der Wolkendecke darüber, wie viel von ihrem Licht den Beobachter erreicht.

Bei geschlossener, dichter Bewölkung ist die Sicht auf den Himmel vollständig blockiert. In solchen Fällen bleiben Polarlichter unsichtbar, selbst wenn sie sehr intensiv sind. Die Wolken wirken wie eine lichtundurchlässige Barriere, die das Leuchten der Aurora vollständig abschirmt. Besonders tiefe Regen- oder Schneewolken haben diesen Effekt, da sie viel Feuchtigkeit enthalten und das Licht stark absorbieren.

Anders verhält es sich bei lockerer oder teilweiser Bewölkung. Hier können Wolkenlücken entstehen, durch die Polarlichter kurzzeitig oder stellenweise sichtbar werden. Vor allem bei aktiver Aurora kann das Leuchten überraschend hell erscheinen, sobald sich der Himmel für wenige Minuten öffnet. Für Beobachter lohnt es sich daher, den Himmel über längere Zeit im Blick zu behalten.

Dünne, hohe Wolken, wie Schleierwolken (Cirren), können das Licht der Polarlichter zwar abschwächen, lassen es aber oft noch hindurchscheinen. Das Ergebnis ist ein diffuser, leicht milchiger Schimmer am Himmel. In solchen Situationen sind Polarlichter mit bloßem Auge manchmal schwer zu erkennen, auf Fotos mit längerer Belichtungszeit jedoch deutlich sichtbar.

Können Polarlichter durch dünne Wolken sichtbar sein?

Ja, Polarlichter können unter bestimmten Umständen auch durch dünne Wolken sichtbar sein. Entscheidend ist dabei die Art und Dichte der Wolken sowie die Intensität der Polarlichter selbst. Da Polarlichter in großer Höhe der Atmosphäre entstehen, liegen sie weit über den meisten Wolkenschichten. Ob ihr Licht den Boden erreicht, hängt davon ab, wie stark es auf dem Weg durch die Wolken abgeschwächt wird.

Besonders hohe, dünne Wolken wie Schleierwolken (Cirren) lassen einen Teil des Lichts hindurch. In solchen Fällen erscheinen Polarlichter nicht klar und strukturiert, sondern eher als diffuses, sanftes Leuchten am Himmel. Die typischen Formen wie Bögen, Strahlen oder „tanzende“ Bewegungen sind oft nur schwach oder gar nicht zu erkennen. Farben wirken weniger intensiv, wobei Grüntöne meist eher sichtbar bleiben als Rot- oder Violetttöne.

Bei schwacher Polarlichtaktivität reichen dünne Wolken bereits aus, um die Aurora für das bloße Auge nahezu unsichtbar zu machen. Ist die Aktivität jedoch hoch, kann das Leuchten selbst durch eine leichte Wolkenschicht hindurch wahrgenommen werden. Häufig berichten Beobachter, dass sie zunächst nur einen hellen, wolkenartigen Schimmer sehen, der sich später als Polarlicht entpuppt, wenn sich der Himmel weiter aufklart.

In welcher Höhe Polarlichter entstehen

Polarlichter entstehen in den oberen Schichten der Erdatmosphäre, hauptsächlich in der sogenannten Thermosphäre. Ihr Leuchten zeigt sich meist in einer Höhe von etwa 100 bis 300 Kilometern über der Erdoberfläche. Bei besonders starken Polarlichtaktivitäten können sie sogar noch höher reichen.

In dieser Höhe treffen geladene Teilchen des Sonnenwinds auf Gase wie Sauerstoff und Stickstoff. Durch diese Zusammenstöße entsteht das typische Leuchten am Himmel. Da Polarlichter weit über allen Wolken und Wetterphänomenen entstehen, beeinflussen Regen oder Bewölkung nicht ihre Entstehung, sondern nur ihre Sichtbarkeit vom Boden aus.

Sieht man Polarlichter bei jedem Wetter?

Polarlichter sind nicht bei jedem Wetter sichtbar. Obwohl sie unabhängig von Wetterbedingungen in großer Höhe der Atmosphäre entstehen, hängt ihre Sichtbarkeit vom Boden aus stark von den aktuellen Sichtverhältnissen ab. Der wichtigste Faktor ist dabei der Zustand des Himmels.

Bei klarem, wolkenfreiem Wetter sind die Chancen am besten, Polarlichter deutlich zu erkennen. Wolken, Nebel, Regen oder Schneefall können den Blick auf den Himmel teilweise oder vollständig verdecken und verhindern, dass das Licht der Polarlichter den Beobachter erreicht. Besonders dichte Bewölkung wirkt wie eine Barriere, hinter der selbst starke Polarlichter verborgen bleiben.

Auch weitere Wetterfaktoren spielen eine Rolle: Feuchte Luft, Dunst oder aufkommender Nebel können das Polarlicht abschwächen und es nur noch als diffuses Leuchten erscheinen lassen. Deshalb gilt: Polarlichter existieren bei jedem Wetter, sichtbar sind sie jedoch nur bei ausreichend klaren Bedingungen. Wer sie beobachten möchte, sollte neben der Sonnenaktivität immer auch die Wetter- und Wolkenprognose im Blick behalten.