Wer einmal Polarlichter mit eigenen Augen gesehen hat, vergisst dieses Naturwunder nie wieder. Die tanzenden Lichter am Himmel faszinieren seit Jahrhunderten und ziehen jedes Jahr zahlreiche Reisende in den hohen Norden. Doch um die Aurora Borealis wirklich gut beobachten zu können, braucht es ein wenig Vorbereitung und Wissen. Mit den richtigen Tipps erhöhst du deine Chancen erheblich und kannst das Erlebnis noch intensiver genießen. In diesem Beitrag erfährst du 5 praktische Tipps, wie du Polarlichter besser beobachten und das Maximum aus deiner Reise herausholen kannst.
Inhaltsverzeichnis
Zeitpunkt für Polarlichter
vorhersagen
Standort
Kamera
Kleidung
Polarlichter sind ein faszinierendes Naturschauspiel, das vor allem in den dunklen Monaten zu sehen ist. Grundsätzlich gilt: Je länger die Nacht, desto besser stehen die Chancen. Deshalb liegt die beste Reisezeit zwischen September und März, wenn in den nördlichen Regionen kaum oder gar kein Tageslicht vorhanden ist.
Besonders lohnenswert sind die Wochen rund um die Tag- und Nachtgleichen im Herbst und Frühjahr. Zu dieser Zeit ist die Aktivität der Aurora häufig intensiver, und die Chancen auf klare Sicht sind höher. In den Sommermonaten hingegen macht die Mitternachtssonne eine Beobachtung nahezu unmöglich, da es schlichtweg nicht dunkel genug wird.
Wer Polarlichter erleben möchte, sollte seine Reise also gezielt in diese Monate legen, sich über die lokalen Wetterbedingungen informieren und genügend Geduld mitbringen – denn selbst in der besten Saison bleibt die Aurora ein unberechenbares Naturphänomen.
Polarlichter sind ein Naturphänomen, das von der Sonnenaktivität abhängt. Wenn elektrisch geladene Teilchen des Sonnenwinds auf das Magnetfeld der Erde treffen, entstehen die leuchtenden Schleier am Himmel. Um deine Chancen zu erhöhen, lohnt es sich, die Aurora-Vorhersagen im Blick zu behalten.
Hilfreich sind spezielle Apps und Webseiten für Polarlichter Vorhersagen, die sogenannte KP-Werte anzeigen. Dieser Wert beschreibt die geomagnetische Aktivität auf einer Skala von 0 bis 9. Schon bei einem KP-Wert von 3 bis 4 kannst du in nördlichen Regionen Polarlichter sehen, während höhere Werte die Sichtbarkeit auch in südlicheren Gebieten ermöglichen.
Neben den KP-Werten spielt auch das Wetter eine entscheidende Rolle. Ein klarer, wolkenfreier Himmel ist ebenso wichtig wie die richtige Uhrzeit. Am häufigsten treten Polarlichter zwischen 22 Uhr und 2 Uhr nachts auf, doch mitunter sind sie auch früher oder später sichtbar.
Wer regelmäßig einen Blick auf Vorhersagetools wirft und spontan auf Wetter- und Sonnenaktivität reagieren kann, hat die besten Chancen, die Aurora Borealis live zu erleben.
Auch wenn Polarlichter grundsätzlich in hohen nördlichen Breitengraden auftreten, entscheidet der richtige Standort oft darüber, ob du sie wirklich gut sehen kannst. Ein zentraler Faktor ist die Lichtverschmutzung: Straßenlaternen, Häuserbeleuchtung oder städtisches Umfeld können die Sicht erheblich beeinträchtigen. Deshalb solltest du dich möglichst weit von Ortschaften entfernen und nach einem dunklen, offenen Platz Ausschau halten.
Ideal sind Orte mit freiem Blick nach Norden, da Polarlichter meist in dieser Himmelsrichtung auftauchen. Flache Landschaften, Küstengebiete oder höher gelegene Punkte wie Hügel und Berge bieten dir eine bessere Sicht. Zudem hast du von dort aus oft einen ungestörten Rundumblick auf den Nachthimmel.
In Regionen wie Nordnorwegen, Island, Finnland oder Nordschweden gibt es speziell ausgewiesene Aurora-Viewing-Spots, die besonders gute Bedingungen bieten. Doch auch abseits bekannter Hotspots lohnt sich die Suche nach einem abgeschiedenen Platz in der Natur.
Kurz gesagt: Je dunkler, höher und freier dein Standort, desto eindrucksvoller wird das Erlebnis, wenn sich die Polarlichter am Himmel zeigen.
Tipp 4: Kamera bereithalten
Polarlichter mit eigenen Augen zu sehen, ist unvergesslich - sie auch auf Fotos festzuhalten, macht das Erlebnis noch besonderer. Da die Aurora oft nur wenige Minuten oder in wechselnder Intensität erscheint, ist es wichtig, deine Kamera rechtzeitig griffbereit zu haben.
Eine Spiegelreflex- oder Systemkamera mit manuellen Einstellungen liefert die besten Ergebnisse. Stelle die Kamera auf ein stabiles Stativ, um lange Belichtungszeiten ohne Verwacklungen zu ermöglichen. Als Startpunkt eignen sich eine Belichtungszeit von 5 - 15 Sekunden, eine offene Blende (z. B. f/2.8) und ein hoher ISO-Wert zwischen 800 und 3200 – abhängig von der Helligkeit des Himmels.
Auch das manuelle Fokussieren ist entscheidend: Richte den Fokus auf einen weit entfernten hellen Stern oder stelle ihn direkt auf unendlich. Um Verwacklungen zu vermeiden, empfiehlt sich ein Fernauslöser oder Selbstauslöser.
Falls du nur mit dem Smartphone fotografierst, solltest du nach einer App suchen, die manuelle Einstellungen ermöglicht, und ebenfalls ein kleines Stativ nutzen. Zwar reicht die Qualität oft nicht an eine Profikamera heran, aber mit den richtigen Einstellungen kannst du trotzdem schöne Erinnerungen festhalten.
So bist du vorbereitet, wenn der Himmel plötzlich in Grün, Violett oder Rot zu leuchten beginnt - und kannst den Moment nicht nur genießen, sondern auch für immer festhalten.
Tipp 5: Warme Kleidung einpacken
Wer Polarlichter beobachten möchte, verbringt oft viele Stunden draußen in der Kälte – manchmal regungslos wartend. Deshalb ist warme und funktionale Kleidung unverzichtbar, um das Erlebnis wirklich genießen zu können.
Am besten eignet sich das Zwiebelprinzip: Mehrere Schichten übereinander halten nicht nur wärmer, sondern lassen sich je nach Bedarf anpassen. Eine atmungsaktive Unterwäsche transportiert Feuchtigkeit ab, eine isolierende Mittelschicht speichert Wärme, und eine wind- und wasserabweisende Außenschicht schützt vor eisiger Kälte und Schnee.
Besondere Aufmerksamkeit verdienen Hände, Füße und Kopf, da hier viel Körperwärme verloren geht. Dicke Socken, gefütterte Schuhe, Handschuhe und eine Mütze oder Kapuze sind daher Pflicht. Für längere Aufenthalte im Freien können Hand- und Fußwärmer zusätzlich für Komfort sorgen.
Auch eine Thermoskanne mit heißem Tee oder Kakao und eine Decke steigern das Wohlbefinden und machen das Warten angenehmer. So bist du bestens vorbereitet, um auch bei Minusgraden entspannt den Blick zum Himmel zu richten – ohne dass die Kälte dir die Freude an den Polarlichtern verdirbt.